13. April 2010 20:00 Uhr
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„Drogen, die uns betrügen …“ (Wenn aus der Sehnsucht die Sucht wird.)
Die evangelische Suchtexpertin Hertha-Maria Haselmann (Frankfurt am Main) ist Mitgründerin und Leiterin der Drogenarbeit „Lebenswende“, zu der drei Rehabilitationszentren mit zusammen 30 Therapieplätzen in Frankfurt am Main und Hamburg gehören. Die studierte Betriebswirtin hatte die Initiative 1978 zusammen mit der 2003 verstorbenen Diakonisse Christa Steffens begonnen. Von den über 800 bisherigen Gästen in den Häusern der „Lebenswende“ führen heute etwa 70 Prozent ein drogenfreies Leben. „Ich habe gelernt, Menschen zu lieben und zu achten“, sagt die Jubilarin im Rückblick auf die Anfangsjahre. Die Macht Gottes sei größer gewesen als ihre Berührungsängste. Als Jungakademikerin habe sie damals eigentlich eine Karriere in der Finanz- oder Wirtschaftswelt angestrebt. An Aufhören denkt Frau Haselmann noch lange nicht. Der langjährige Vorsitzende der „Lebenswende“, Pfarrer i.R. Friedrich Meisinger (Kelsterbach bei Frankfurt am Main) hatte sie gebeten, im Ruhestand als ehrenamtliche Geschäftsführerin zu amtieren. Solange Gott ihr Kraft gebe, werde sie auch im Ruhestand als Geschäftsführerin amtieren. Daneben hat sie eine Reihe von Ehrenämtern inne. So gehört sie zum Hauptvorstand der Deutsche Evangelischen Allianz. In der evangelikalen Dachorganisation war sie 14 Jahre für die Finanzen verantwortlich. Außerdem ist sie Vorstandsmitglied der Evangelischen Allianz in der Mainmetropole. Im Präsidium des christlich-humanitären Hilfswerk World Vision Deutschland (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main) fungiert sie als stellvertretende Vorsitzende. Für ihren über 40-jährigen Einsatz für Drogenkranke erhielt sie vergangenes Jahr das Bundesverdienstkreuz am Bande. Jede Gemeinde sollte einen Kreis haben, in dem über Suchtprobleme gesprochen und für drogenabhängige Menschen gebetet werden kann. Diesen Wunsch hat die Leiterin der christlichen Drogenhilfe-Einrichtung „Lebenswende e.V.“, Hertha-Maria Haselmann. Süchte seien unter Christen ebenso verbreitet wie unter Nichtchristen, sagte sie in einem Seminar zum Thema „Sucht“. Nur würden sie in christlichen Kreisen aus Scham kaum thematisiert. Drogen hätten eine unheimliche Macht, die weithin unterschätzt werde. Schwer drogenabhängige Menschen entwickelten sich zu unberechenbaren Egoisten. Ein Durchschnittsdrogenabhängiger in Deutschland brauche jeden Monat zwischen 12.000 und 20.000 Euro. Dafür seien sie bereit, alles zu tun.
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Referentin: Hertha-Maria Haselmann
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