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Zahlensymbolik
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Zahlen spielen im Bau unserer Kirche eine bedeutende Rolle. Das Triptychon enthält, wie der Name schon sagt, die Dreiheit. Es besteht aus drei Platten mit drei Symbolen.
Die vier Ecken der Kirche sind durch Rotflächen hervorgehoben. In der Kirche befinden sich acht Stützpfeiler. Die Zahl der Tore beträgt zwölf. Sie sind bis auf die Ausnahme im Bereich der Empore, sieben Felder hoch. Um das Taufbecken befinden sich sieben Sitzmöglichkeiten.
Drei
In den meisten Kulturen und Religionen gilt die Drei als heilige Zahl, als Zahl der Vereinigung, als Inbegriff der Ordnung.
Wir teilen viele Dinge in drei Abschnitte, um so zu einem besseren Verständnis derselben zu kommen. Geschehen haben Anfang, Mitte und Ende, die Zeit hat Vergangenheit, Gegenwart und Ende. Die Drei bringt viele Dinge wieder zusammen, im Gegensatz zur Zwei die oftmals in einer Polarität verwendet wird. Erst die Drei bringt These und Antithese in der Synthese wieder zusammen und versöhnt diese wieder miteinander.
Vier
Die Drei wird in besonderer Weise dem Geheimnis Gottes zugeordnet, die Vier ist die Zahl der "Welt".
Alles Irdische besteht aus den Grundsubstanzen Wasser, Erde Feuer und Luft. Wir kennen vier Jahreszeiten, vier Winde, und wir orientieren uns an vier Himmelsrichtungen. Vier Flüsse entsprangen dem Paradies, vier Weltzeitalter markieren die Geschichte. Und wir durchlaufen als Menschen vier Lebensalter: Kindheit, Jugend, Erwachsenendasein und Greisenalter.
Wir kennen vier Evangelisten: Matthäus, der Mensch, Markus, der Löwe, Lukas, der Stier, und Johannes, der Adler, vier Wesen, von denen bereits im Alten Testament die Rede ist.
Häufig kommt in der Malerei oder auch im orthodoxen Kirchenbau in der Mitte noch Jesus Christus als Einheit und Überhöhung der Vierzahl hinzu, sozusagen als "Quintessenz".
Sieben
Sieben ist die Summe aus Drei und Vier.
Gott schuf die Welt in sieben Tagen. Wir leiten daraus den Rhythmus unserer Arbeitswoche ab. Sechs Tage arbeiten wir, die Sechs weist somit auf unsere Aufgaben in dieser Welt hin. Die Sehnsucht aber geht über die Sechs hinaus zur Sabbatruhe am siebten Tag, dem Tag, an dem wir uns von unseren Mühen und Plagen der Alltagswelt ausruhen sollen.
Der siebte Tag rundet somit die Woche ab und wird zum Haupt der Woche. So wie die gesamte Weltschöpfung auf den siebten Tag der Ruhe hinläuft, so läuft auch die Geschichte der Menschheit für den Gläubigen auf eine Vollendung hin.
Wir finden die Sieben auch noch an anderen Stellen der Bibel:
In der Apokalypse des Johannes müssen sieben Siegel gelöst werden, sieben Posaunen erschallen, sieben Schalen des Zorns werden ausgeschüttet usw.
Sieben Arme hat der Leuchter, der fromme Juden an Gottes Zugewandtheit erinnert. Sieben Sakramente begleiten den katholischen Christen während seines Lebens, sieben Gaben des Heiligen Geistes verheißen uns die neue Wirklichkeit des Reiches Gottes.
Acht
Die Acht erinnert unter anderem an die acht Seligpreisungen Jesu in der Bergpredigt.
Die Acht gilt als Überhöhung der Sieben.
So heilig den Alten die Zahl Sieben war, den Christen ist die Acht noch bedeutsamer. Nach dem Ablauf der Siebentageswoche bringt der achte Tag den ersten Tag der neuen Woche wieder herauf, aber auf einer höheren Ebene, vergleichbar der Oktave, in der der Ausgangston wieder aufgegriffen wird, nur entsprechend höher.
Mit der Auferstehung Christi ist das alte Zeitalter zu Ende gegangen, der achte Tag der Ewigkeit ist angebrochen. Daher finden wir häufig achteckige Taufkapellen und Begräbniskirchen. Das Oktagon symbolisiert die zukünftige Welt, ist Ausdruck der Ewigkeit.
Zwölf
Zwölf ist das Produkt aus Drei und Vier.
Die Zwölf drückt eine kosmische Ordnung aus. Das Jahr ist in zwölf Monate eingeteilt, wir kennen zwölf Tierkreiszeichen. Tag und Nacht sind jeweils in zwölf Stunden unterteilt. Wenn also die Zwölf das Ganze ergeben, dann braucht es nicht zu verwundern, dass Israel sich in zwölf Stämme gliedert.
Jesus beruft zwölf Jünger zu Aposteln. Nachdem nur elf treu gewesen sind, musste die junge Kirche einen zusätzlichen Apostel wählen, damit die heilige Zahl erreicht wird.
Ähnlich wie die Acht ist auch die Zwölf eine Zahl der erfüllten Zukunft. Die himmlische Stadt, das neue Jerusalem, ist von zwölf Toren umgeben. Diese ruhen auf zwölf Edelsteinen und bestehen aus zwölf kostbaren Perlen. Die Vollendung der Welt wird also im Bild der vollkommenen Zwölf beschrieben.
Evangelische Stephanus-Gemeinde Kelkheim - 2. Januar 2004
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