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Kinder und Jugendliche

Jugendliche erleben heutigentags einen stärkeren Abbruch der Traditionen, als vergleichbare Generationen vor ihnen. Sicherlich hat schon immer jede Generation ihre eigenen Wege gesucht und das ist auch ihr Recht. Traditionen, besonders kirchliche, sind allerdings zunehmend unterbrochen, die Jugendlichen sind dabei gleichzeitig auf der Suche nach Antworten, auch nach religiösen Antworten, auf Fragen ihres Lebens. Kirche und Kirchengemeinden müssen nach Wegen suchen, alle Generationen gleichzeitig anzusprechen. Ältere Generationen werden oft fälschlicherweise mit starrer Tradition in Verbindung gebracht. Jugendlichen biedert man sich bisweilen etwas vorschnell an. Soziale und gesellschaftliche Themen gehören sicherlich auch in den Kreis der Kirche; rein soziales Engagement ohne religiös-theologischen Unterbau wirkt allerdings hohl und kann wahrscheinlich außerhalb der Kirche wesentlich kompetenter geboten werden.

Jugendliche dürfen nicht dem Irrtum erliegen, Kirche verändere sich ohne ihr Zutun in eine von ihnen gewünschte Richtung. Ausreden wie: "Wenn alles anders wäre, dann käme ich auch", kann man nur begegnen durch: "Bitte schön, selbst machen!" Traditionen werden nicht einfach von selbst über Bord geworfen. Ändern und Bewahren von Traditionen muss in einem wohl ausgewogenen Verhältnis erarbeitet werden, möglichst viele sollen zu ihrem Recht kommen.

Im idealen oder idealisierten Zustand bieten Kirche und Kirchengemeinden für jeden Geschmack, für jedes Alter, jede Interessensgruppierung ... etwas. Jugendarbeit ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Gemeindearbeit. Jugendarbeit bietet die Möglichkeit, Jugendliche in die Gemeinde einzuführen, zum einen, indem man direkt etwas für die Jugendlichen anbietet, dass sie sich wohlfühlen und sich innerhalb der Gemeinde angenommen und geborgen wissen. Darüber hinaus bietet sich hier aber auch die Möglichkeit, die Jugendlichen über die Grenzen der eigenen Generation hinaus in einen größeren Zusammenhang einzubinden. Die verschiedensten Ansprüche der Generationen an die Kirche können so durch ein Miteinander ergänzt werden, nicht nur im Fordern, sondern auch im Geben.

Zugegebenermaßen sind diese Vorstellungen bezogen auf den gegenwärtigen Zustand unserer Jugendarbeit noch Programm.



Evangelische Stephanus-Gemeinde Kelkheim - im Januar 2007   

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