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Alle Jahre ist wieder Konfirmation

Alle Jahre ist wieder Konfirmation. Und alle Jahre sind sie fast alle dabei, die Jungen und Mädchen eines Jahrgangs. Warum ist das so? Konfirmation ist freiwillig!

Weil es Geld gibt und Geschenke? Weil die Eltern es so wollen? Weil es die anderen auch machen? Aus Überzeugung? Um die vollen kirchlichen Rechte zu erlangen: Teilnahme am Heiligen Abendmahl, Anrecht auf kirchliche Trauung und Übernahme des Patenamts? Weil irgendeine Feier her muss, wenn die Jugendlichen sich auf den Weg ins Erwachsenenleben machen?

Wahrscheinlich ist es von allem etwas! Und darüber kann man nicht klagen. Es war schon immer so!

Fragt man nach dem Ursprung der Konfirmation in der evangelischen Kirche, hier nur so viel: Die Reformation hatte die katholische Firmung als Sakrament bestritten und abgeschafft. Es war der Straßburger Reformator Martin Bucer, ein Zeitgenosse Luthers, der die Konfirmation in seiner Gemeinde einführte. Das blieb umstritten. Erst im 19. Jahrhundert hatte sich die Konfirmation in nahezu allen evangelischen Kirchen durchgesetzt.

Der Sinn der Konfirmation erschließt sich aus dem Wort selbst. Es kommt vom lateinischen "confirmare", was soviel heißt, wie "bekräftigen, begründen". Bei der Konfirmation wird ein Bekenntnis abgelegt zum Glauben und zu der Kirche, zu der man durch die Taufe bereits gehört. Da die Taufe aber in der Regel im Säuglingsalter erfolgt ist, ohne eigenes Bekenntnis, auf Wunsch der Eltern und Paten, wird das eigene Bekenntnis bei der Konfirmation nachgeholt und die eigene Taufe auf diese Weise bekräftigt und bestätigt.

Ein solches Bekenntnis verlangt von den Konfirmanden viel in einer Zeit, in denen sich Werte und Traditionen auflösen (vielleicht zu viel!). Und entsprechend hochgesteckt sind die Ziele des Konfirmandenunterrichts (manchmal zu hoch!): Die Jugendlichen sollen in die wichtigsten Sachverhalte des Glaubens eingeführt werden wie Glaubensbekenntnis, Vaterunser, 10 Gebote, Abendmahl, Taufe, Beichte, Gottesdienst, Bibel, Gesangbuch etc. Sie sollen darüber nicht nur etwas wissen, sondern zu alledem eine eigene und positive Einstellung gewinnen. Sie sollen ihren eigenen Glauben finden. Sie sollen ihre Kirche und Gemeinde als etwas Gutes kennen lernen und erfahren. Und das alles auf dem Hintergrund einer Gesellschaft, in der Glaube und Kirche immer weniger eine Rolle spielen; einer Schule, die sehr wenig nach den Werthaltungen eines Menschen fragt, sondern viel mehr nach seiner Leistung; von Elternhäusern, in denen in der Regel nicht mehr über Religion und Glaube gesprochen wird; einer Kirche, die oft fern und wenig überzeugend erscheint; einer Glaubenspraxis im Gottesdienst, die fremd und überholt erscheint; eines schwierigen Lebensabschnitts, wie das die Pubertät für alle Jugendlichen nun einmal ist.

Das macht nachdenklich ... und es macht nachsichtig im Blick auf die Jugendlichen, die zum Unternehmen Konfirmation aufbrechen. Wenn sich in dieser Zeit ein Anknüpfungspunkt bildet, eine gute Erfahrung mit dem kirchlichen Personal wie Pfarrer, Kirchenvorstand und den kirchlichen Mitarbeitern und ein Interesse an der kirchlichen Sache erweckt wird wie dem doch anspruchsvollen christlichen Glauben, dem Gottesdienst und dem sozialen Engagement der Kirchengemeinde, dann ist viel erreicht worden.

Es ist schön, wenn die Jugendlichen sich anfreunden und Gemeinschaft entsteht. Der Unterricht versucht deshalb, nicht nur Wissen über den Glauben zu vermitteln, sondern auch die Jugendlichen zu eigenen Positionen herauszufordern. Zur Konfirmandenzeit gehört auch die Konfirmandenfreizeit: Drei Tage miteinander leben, Spaß haben, über ein Thema miteinander nachdenken, einen Gottesdienst gestalten und zwei Nächte durchplaudern. Aber die Konfirmanden erleben sich in dieser Zeit als eine enge Gemeinschaft, wenn auch meist nur auf Zeit.

Die Begleitung der Eltern ist besonders wichtig! Auch hier gilt ja, dass das Vorbild, das Erwachsene geben, für Jugendliche viel wichtiger ist, als alle großen, schönen und mahnenden Worte! Wir freuen uns daher, wenn wir Eltern sehen, die zumindest hin und wieder mit ihren Kindern z.B. den Gottesdienst besuchen und an dem, was im Konfirmandenunterricht geschieht, Interesse zeigen.



Evangelische Stephanus-Gemeinde Kelkheim - im Januar 2007   

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