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So komme ich in den Kindergarten

Vorige Woche bin ich 2 Jahre alt geworden. Meine Mami hat direkt im Kindergarten angerufen und gefragt, was wir tun müssen, damit ich mit 3 in den Kindergarten kommen kann.

Sie hat dann dort ein Heft abgeholt, das "Konzeption" heißt. Da steht drin, wie die Leute im Kindergarten arbeiten und warum sie das so tun. Meine Eltern fanden das ganz in Ordnung. Jetzt haben wir einen Termin, wo meine Mami und ich den Kindergarten besuchen dürfen.

Heute war unser Termin im Kindergarten. Ich war ganz schön aufgeregt und ich glaube, meine Mami auch ein bisschen. Der Kindergarten ist ein Haus voller Kinder. So viele gibt es selbst auf dem Spielplatz nicht. Es war ganz schön laut da, als wir an kamen. Unser Termin nannte sich "Vorstellungsgespräch", aber gesprochen haben nur meine Mami und die freundliche Frau, die uns begrüßt hat. Ich habe lieber meine Taktik "schweigen - suchen - staunen" angewandt. Das zieht immer. In den großen Zimmern voller Spielsachen sitzen freundliche Frauen, die fast alle versucht haben, mich zum Sprechen zu bringen. Das war lustig. Dann hat meine Mami eine Karteikarte ausgefüllt.

Jetzt bin ich "auf der Warteliste", d.h. ich muss warten, bis der Kindergarten sich wieder meldet. Warten fällt mir schwer - hoffentlich bin ich bald 3 Jahre alt!

Heute abend wundere ich mich aber sehr! Ich habe immer gedacht, der Kindergarten ist was für Kinder und was für tagsüber. Aber heute abend sind meine Eltern im Kindergarten. Das nennt sich "Elternabend". Ob sie da auch spielen dürfen?

Hurra, Post für mich! Ich habe gelernt, dass jedes große Zimmer ein Gruppenraum mit eigenem Namen ist. Jetzt weiß ich, in welche Gruppe ich komme und wie meine Erzieherin heißt (so nennen sich die freundlichen Frauen, die ich da gesehen habe). Außerdem gibt es 3 Tage, an denen ich "schnuppern" kommen darf, bevor es richtig losgeht. Das finde ich nett, aber zumindest am ersten Tag nehme ich meine Mami noch mit, denn da sind mir doch zu viele fremde Leute!

Heute war ich "schnuppern". Das war ganz schön spannend. Ich fand ganz toll, dass da im Flur ein eigener Platz auf mich wartet, wo meine Jacke und meine Schuhe hin dürfen. Da hängt ein Bildchen, das sich "Symbol" nennt und das ich mir merken muss, denn im Bad hängt das gleiche Symbol über meinem eigenen Handtuch. Im Gruppenraum sitzen die Erzieherinnen nicht nur so rum, sondern überlegen sich jeden Tag tolle Sachen, die sie mit uns machen wollen. Sie heißen "Erzieherinnen", weil sie uns was beibringen sollen. Heute zum Beispiel habe ich Mathematik - Mengenlehre gelernt: Es gibt eine Menge kleiner Sachen in der Puppenecke, die alle wieder aufgeräumt werden. Das ist eine Menge Arbeit. Aber ich habe den Erzieherinnen was beigebracht: Für eine Menge Arbeit brauche ich eine Menge Zeit, da ich eine Menge Arbeitspausen einlege, weil die Menge kleiner Sachen mich zum Spielen einladen ...

Ich freue mich, wenn es richtig losgeht. Ich glaube, ich werde eine Menge Spaß haben!



Evangelische Stephanus-Gemeinde Kelkheim - im Juli 2005   

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