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Vorlesestunden für Kindergartenkinder

Das Neselrov

Nanu, gibt es etwa ein neues Fabelwesen, hier bei uns in der Stephanusgemeinde?

Es sieht doch jeder ganz genau, daß es der Leselöwe ist, der alle großen und kleinen Bücherfreunde grüßt. Ja, freilich, der hat gut lachen. Er hat das Rätsel längst gelöst, er weiß Bescheid: Man braucht die Überschrift doch nur von hinten her zu buchstabieren! Dann heißt es Vorlesen. Darüber soll nun hier berichtet werden.

Das 14-tägige Vorlesen für die Kindergartenkinder macht den Kindern ganz offensichtlich viel Freude. Manchmal wollen so viele auf einmal in die Stephanus-Bücherei mitkommen, dass wir sie in zwei Gruppen hintereinander aufteilen müssen. Die Kinder sind so aufgeschlossen und interessiert, dass es ein Vergnügen für uns ist, mit ihnen in die Welt der Bücher  – Bilder, Geschichten, Märchen – einzutauchen und ihre Phantasie anzuregen. Jedesmal wollen sich auch fast alle Kinder ein Buch ausleihen, das sie vier Wochen zu Hause behalten dürfen.

Sechs Frauen aus der Gemeinde haben sich zusammengefunden und teilen sich die Aufgabe des Vorlesens jeweils zu zweit im Rhythmus von 14 Tagen. Schon gleich am Morgen werden die Kinder darauf aufmerksam gemacht, dass wieder "Vorlesestunde" sei, und meistens stehen dann schon einige Kinder sozusagen in den Startlöchern, wenn das Glöckchen erklingt, das sie zum Abmarsch in die Bücherei sammelt. Manchmal haben so viele Kinder Lust aufs Vorlesen, daß zwei Gruppen gebildet werden müssen, weil mehr als 10 Kinder zu schwer ruhig und konzentriert gehalten werden können. Es wird auch darauf geachtet, dass die Kinder altersmäßig zueinander passen, um alle gleichmäßig zu interessieren.

Zuerst wird das vorzulesende Buch gezeigt, das Umschlagbild betrachtet, und nach jeder Seite Text ist es wichtig, die zugehörigen Bilder ausführlich anzuschauen. In der Regel haben alle Kinder viel Spaß und Freude daran; am allererfreulichsten für die vorlesenden Frauen aber ist, dass die Kinder ganz begierig darauf sind, sich ein Buch auszuleihen und mit nach Hause zu nehmen. Sie wählen mit Bedacht aus den ausgelegten Büchern. Die Formalitäten mit Namenserfassung und Datumsstempel haben sie rasch akzeptiert.

Das Ziel der sich engagierenden Frauen ist, den Kindern den Wert von Büchern zu vermitteln, ihre Neugierde auf das gedruckte Wort zu wecken und sie so für das (Vor)Lesen zu begeistern bzw. ihr natürliches Interesse für alle Wissensgebiete zu erhalten und zu stärken.



Evangelische Stephanus-Gemeinde Kelkheim - 21. Juli 2004   

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